Köpfe

Sarah Lutteropp

Sarah, 17 Jahre, hat erfolgreich beim "Bundeswettbewerb Informatik" und "Invent a Chip" mitgemacht. Sie möchte in Saarbrücken Informatik studieren und eines Tages gerne in die Forschung gehen.
(Stand 14. Jan. 2010)

„Informatik ist nahezu überall im Leben aufzufinden und vereinfacht dieses an vielen Stellen.“

Was waren deine ersten (aktiven) Erfahrungen mit Informatik?
Meine ersten aktiven Erfahrungen mit Informatik waren irgendwann in der Grundschule (habe mit 7 Jahren einen eigenen PC mit Internetzugang erhalten). Bald hatte ich angefangen, die installierten Computerspiele zu modifizieren (Texturen geändert, kleine Scripte geschrieben - vielleicht kennt noch jemand z.B. das Spiel "Morrowind", da gab es einen integrierten Editor, mit dem man praktisch das gesamte Spiel neu entwerfen konnte). Hinzu kamen Spielereien mit dem RPG- Maker 2000 und diversen Basic- Dialekten in Spieleeditoren ( und bei dem programmierbaren Taschenrechner, den wir irgendwann in der Mittelstufe bekamen). Seit der Oberstufe beschäftige ich mich eher weniger bis gar nicht mit Spielen.

Hast bzw. hattest du ein „Informatik-Vorbild“ - wenn ja, wen und warum?
Auf jeden Fall: Meine Informatiklehrerin (Frau Dr. Sivric- Pesa) in der Jahrgangsstufe 11. Diese Lehrerin hat es einfach drauf, Schüler zu motivieren und hatte mir auch immer Extraaufgaben gegeben. Durch sie bin ich überhaupt erst auf die Idee gekommen, am Bundeswettbewerb Informatik teilzunehmen. (Ok... schlussendlich hatte ich dann auch deshalb daran teilgenommen, weil ein Mitschüler meinte, das sei nichts für Mädchen, und ich dem das Gegenteil beweisen wollte - es gibt im Kurs einfach einige Jungs, die sich ungeheuer aufregen können, wenn sie in Informatik schlechter sind als ein Mädchen ^^° ) Als weiteres "Informatik- Vorbild" wäre mein jetziger Informatiklehrer (Herr Dr. Meyfarth) zu nennen, der ist nämlich auch total super. Daran sieht man mal, wie wichtig gute Lehrkräfte sein können...

Was interessiert dich an Informatik besonders?
Von den Fachgebieten her: Die Algorithmik :-). Es ist einfach faszinierend, welche vielfältigen Strategien zur Problemlösung existieren. Wobei es echt schwer ist sich da jetzt schon für ein Gebiet zu entscheiden, da gibt es zu viel interessantes zur Auswahl...

In welcher Form beschäftigst du dich auch in der Freizeit mit Informatik?
Ich nehme an informatikbezogenen Wettbewerben teil, programmiere viel und gerne und lese Fachbücher ( hauptsächlich über Algorithmen - wer hätte das gedacht :-D ). Im Sommersemester 2008 habe ich an der Uni Kassel im Rahmen eines Frühstudiums eine Vorlesung zur Computergrafik besucht.

Welche Hobbies hast du sonst noch?
Bogenschießen, Salsa tanzen, Physikclub, Kunst- AG, Mathematik- Begabtenförderung,... und mein neustes Hobby: Panflöte spielen :-)

Welche Informatik-Systeme bzw. -Werkzeuge (Software, Kommunikationsgeräte,...) nutzt du derzeit?
Programmieren tue ich meistens mit Turbo Delphi 2006 und dev-pas, manchmal auch mit Eclipse oder Visual Studio - und meistens auf meinem Netbook. Womit ich auch gerne mal arbeite ist 3D Studio Max.
Alle Informatik- Systeme bzw. -werkzeuge, die ich zur Zeit benutze, aufzulisten, würde die Seite doch ein wenig sprengen...  Und die gesamte auf meinem PC installierte Software dürfte sowieso kaum einen interessieren.

Was war dein größtes Informatik-Erfolgserlebnis?
Beim 27. Bundeswettbewerb Informatik Preisträgerin zu werden und im gleichen Jahr an der Endrunde von Invent- a- Chip mit einem Universalchip zur Klimasteuerung teilzunehmen.

Und wie genau funktioniert der Chip?
Es handelt sich um einen Mikrochip, der klimatische Bedingungen automatisiert aufrecht erhält. Er soll prinzipiell in der Lage sein, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Lichteinstrahlung und den pH-Wert zu regulieren. Jederzeit einsetzbar, kann der neue Chip nicht nur Reisezeiten überbrücken helfen, sondern auch sonst für mehr Freizeit sorgen. Ziel ist es, dem Benutzer die Wahl zu lassen, welche Aufgabe er dem Chip überträgt und welche Dinge er gerne noch selbst erledigt.

Was bedeutet Informatik für dich?
Informatik ist nahezu überall im Leben aufzufinden und vereinfacht dieses an vielen Stellen. Naja, und Informatik macht mir einfach Spaß und ist interessant :-). Und natürlich ist Informatik eine Wissenschaft und mehr als nur Programmieren.

Nenne uns dein „originellstes“ Erlebnis mit Informatik:
Puh, da muss ich überlegen... Tut mir leid, da fällt mir nichts besonderes dazu ein. Vielleicht der Gesichtsausdruck meines Informatiklehrers, als ich mal wieder maßlos bei der abzugebenden Projektarbeit mit den Erweiterungen übertrieben und das darauffolgende Halbjahresthema praktisch schon längst mit drin hatte... :-D

Was gefällt dir an deinem Informatikunterricht besonders? Was würdest du verbessern?
Dass sich unser Informatiklehrer (Herr Dr. Meyfarth) optimal an das Kursniveau anpasst und die ausgewogene Mischung von Theorie und Praxis im Unterricht bietet - wirklich etwas zu verbessern gibt es da nicht. Der Unterricht macht einfach total viel Spaß und ist lehrreich :-).
Außerdem finde ich es gut, dass im Hessischen Lehrplan auch die Theoretische Informatik vorkommt.
Ich wünschte mir aber, dass der Informatikunterricht in der 11.1 nicht daraus bestehen würde, zu lernen wie man Google anwendet oder Powerpointpräsentationen erstellt... Es ist total schade, dass der Informatikunterricht dadurch eher zum EDV- Kurs verkommt... (Kann man sowas nicht schon in der Mittelstufe oder früher abhandeln?) Und was auch schade ist: Es gibt viel zu wenige Informatik- Leistungskurse (an meiner Schule leider gar keinen).

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Auf jeden Fall ab diesem Wintersemester Informatik studieren (am KIT - Karlsruher Institut für Technologie). Eines Tages würde ich gerne in die Forschung gehen.

Zuletzt: hast du einen Tipp für Jugendliche, die sich für ein Studium oder eine Ausbildung im Bereich Informatik interessieren?
Nehmt am Bundeswettbewerb Informatik teil, lest Bücher zur Informatik (sehr als Einsteigelektüre zu empfehlen sind z.B. der "Turing- Omnibus" und das "Taschenbuch der Algorithmen") und googelt einfach nach einem Informatikstudium. Was auch hilft, ist, an der Uni ein Frühstudium/ Schnupperstudium zu absolvieren. Und Informatik-Camps sind eh klasse.

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